Matt Haimovitz
Foto: Stephanie Mackinnon
* Generalmanagement
Vertretungen in Deutschland und
weiteren europäischen Ländern
sind nicht gekennzeichnet.

Matt Haimovitz

Violoncello

Matt Haimovitz, 1970 in Israel geboren, begann seine Cellostudien im Alter von sieben Jahren in Kalifornien bei Gabor Rejto. Er war zwölf Jahre alt, als sein Mentor Itzhak Perlman ihn Leonard Rose vorstellte, dessen Schüler er 1983 an der Juilliard School in New York wurde. Leonard Rose war von dem jungen Künstler so beeindruckt, daß er ihn als "wahrscheinlich größtes Talent, das ich jemals unterrichtet habe" beschrieb. 

Sein erstes Konzert, das vom israelischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, gab Matt Haimovitz 1985 mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta. Weitere Konzerte mit Zubin Mehta ergaben sich 1986 sowohl mit dem New York Philharmonic als auch bei einer USA-Tournee des Israel Philharmonic Orchestra. Nachdem er den "Avery Fisher Career Grant Award" erhalten hatte, unterschrieb Matt Haimovitz im Alter von 16 Jahren einen Exklusiv-Vertrag mit der Deutschen Grammophon Gesellschaft, die sein Schallplatten-Debut mit dem Chicago Symphony Orchestra unter der Leitung von James Levine mit den Cellokonzerten von Camille Saint-Saëns und Eduard Lalo präsentierte.

Es folgten weitere Aufnahmen mit dem English Chamber Orchestra unter Leitung von Andrew Davis, bevor Matt Haimovitz seine inzwischen von der internationalen Presse mit großem Lob bedachten Aufnahmen mit Cello-Solowerken des 20. Jahrhunderts begann, die Kompositionen von George Crump, Benjamin Britten, György Ligeti, Hans-Werner Henze und Max Reger vereinigten und mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden, darunter der "Grand Prix International du Disque", der "Diapason d' Or" und der Internationale Preis der Accademia Musicale Chigiana 1999.

Matt Haimovitz trat als Solist führender amerikanischer Orchester auf, u.a. der von New York, Los Angeles, Boston, Cleveland, Philadelphia, Montreal und Toronto. In Europa war er Gast der Berliner Philharmoniker, des London Philharmonic Orchestra, der Wiener Symphoniker, des Orchesters der RAI Roma, des Gulbenkian-Orchesters Lissabon, des Gürzenich-Orchesters Köln, der Solistes Européens du Luxembourg und des Hessischen Staatsorchesters Wies-
baden, um nur einige zu nennen. Er unternahm ausgedehnte Tourneen durch ganz Europa,
u.a. mit dem Slowakischen Kammerorchester, dem Stuttgarter Kammerorchester, dem Phil-
harmonischen Orchester Odessa und dem Orchestre de Bretagne.

Er arbeitete mit so berühmten Dirigenten wie Daniel Barenboim, Semyon Bychkov, Sergiu Comissiona, Charles Dutoit, James Levine, Seiji Ozawa, Giuseppe Sinopoli, Leonard Slatkin, Michael Tilson Thomas, David Zinman und Pinchas Zuckerman zusammen.

Auch im Bereich der Kammermusik ist Matt Haimovitz mit bedeutenden Kollegen aufgetreten: bereits 1985 in der Carnegie Hall mit Isaac Stern, Shlomo Mintz, Pinchas Zukerman und Mstislav Rostropovitch in Franz Schuberts C-dur-Quintett und zwei Jahre später mit Isaac Stern, Cho Liang Lin, Jaime Laredo, Michael Tree und Yo Yo Ma in den Streichsextetten von Johannes Brahms. Weitere Höhepunkte seiner Auftritte in den Vereinigten Staaten waren Solo-Recitals im Kennedy Center in Washington und im Metropolitan Museum of Art in New York. In Europa musizierte er mit Lilya Zilberstein, Kevin Kenner und Itamar Golan, mit dem er gemeinsam mit Shlomo Mintz auch ein Klaviertrio bildete, das sich durch die Gesamtaufführung der Trios von Ludwig van Beethoven und Dimitri Schostakowitsch einen herausragenden Ruf erworben hat.

Anläßlich des Bach-Jahres 2000 spielte Matt Haimovitz einige der Cellosuiten im Rahmen der Schwetzinger Festspiele mit Fernseh-Aufzeichnung, gefolgt von einigen von Publikum und Presse begeistert aufgenommenen Konzerten mit dem Gesamtzyklus aller sechs Suiten, so zuletzt im Februar 2004 in Marburg. Besondere Beachtung fanden auch Matt Haimovitz' Cello-Soloabende mit seinen Programmen "Bach meets America", in denen er den Bach-Suiten Werke zeitgenössischer amerikanischer Komponisten gegenüberstellt, so zuletzt in Köthen im Septem-
ber 2006.

Neben seinen vielbeachteten Interpretationen von Meisterwerken leistete Matt Haimovitz auch Bedeutendes im Bereich der zeitgenössischen und experimentellen Musik. Nicht nur im Zu-
sammenhang seiner Solo-Aufnahmen arbeitete er eng mit Komponisten wie George Crumb, Hans Werner Henze, György Ligeti und Luciano Berio zusammen. Seine musikalische Be-
gegnung mit Joan Jeanrenaud vom Kronos Quartet und dem Bassisten Rob Wassermann ist dokumentiert durch die Schall-platteneinspielung "Trios", bei der unter anderem auch Jerry Garcia, Paul Simon, Bob Dylan und Branford Marsalis mitwirkten.

Für das neue Label Oxingale nahm Matt Haimovitz zum Bach-Jahr 2000 die sechs Solosuiten auf, die von der Fachpresse mit großem Lob bedacht und für den Indie Award nominiert wurden. Darüber hinaus setzt er seine Aufnahmen mit zeitgenössischer Musik fort, die u.a. unter dem Titel "Lemons Descending" in einer limitierten Buch-/CD-Ausgabe Musik, Poesie und Zeich-
nungen von Michael Kuch verbinden, ferner seine CDs "Anthems", "Goulash!" und "Après moi", die Werke von Matt Haimovitz Ehefrau Luna Pearl Woolf vorstellt und die wie die anderen Ein-
spielungen auch von der internationalen Presse mit größter Aufmerksamkeit bedacht wurde.

In den USA machte Matt Haimovitz mit seinen Soloabenden in unkonventionellem Rahmen geradezu Furore: Seine "Listening Room"-Tour, Bach in Jazzclubs und in den Pop Charts, erregte enormes Aufsehen in den Medien und der Öffentlichkeit.

Anläßlich des 75. Geburtstags von Philip Glass führte Matt Haimovitz 2012 erfolgreich dessen Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 „Naqoyqatsi“ mit dem Cincinnati Symphony Orchestra unter Leitung von Dennis Russell Davies urauf. Die europäische Erstaufführung folgte im April 2014 mit großem Erfolg in Basel mit dem Sinfonieorchester Basel unter Dennis Russell Davies mit einer sich anschließenden Großbritannien-Tournee.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit studierte Matt Haimovitz an der Princeton University in New York. Im Herbst 1996 schloß er weitere Studien an der Harvard University in Cambridge ab. Er selbst wurde 2004 als Professor an die McGill University in Montreal berufen.

Matt Haimovitz spielt ein Cello von Matteo Goffriller aus dem Jahre 1710.
 

Westdeutsche Zeitung, 18. März 2013
"Im voll besetzten Großen Saal lauschen die Zuhörer zunächst dem h-Moll-Cellokonzert von Antonín Dvorák. Matt Haimovitz ist der Solist, und er besticht mit seinem Matteo Goffriller-Cello von 1710 mit exquisitem Ton und perfekter Spielweise. Unaufdringlich fügt er sich dem Orchesterklang ein. Das Ensemble hält sich angemessen zurück oder blüht auf, wenn es im Tutti-Klang schwelgen darf. Dirigent Toshiyuki Kamioka räumt dem Soloinstrument wie dem Orchester und seinen Solisten den nötigen Raum ein. Herrlich gelingt das weit schwingende »Adagio« mit seinem ausatmenden Schluss. Der „böhmische“ Ton des Konzerts ist durchgängig hörbar, vom Solisten mit vehementem Spiel mitgetragen."

Cincinnati.com, 1. April 2012
"On Friday night, the Cincinnati Symphony Orchestra and cellist Matt Haimovitz performed the world premiere of Glass’ Cello Concerto No. 2, 'Naqoyqatsi', a CSO commission based on his film score. On the podium was Dennis Russell Davies (...) Haimovitz’s cello entered against the tintinnabulation of a triangle. Through each of its movements, Haimovitz performed the expansive themes with emotion and timbre ranging from gritty to deeply beautiful. The cellist was given two exquisite solos. The first, 'New World', was a plaintive melody that Haimovitz performed with beautiful intonation in the upper register of his instrument against a shimmering cymbal. He found a sweet tone in his instrument for the second, 'Old World', performed against a simple motive in the harp ..."

Washington City Paper, 23. März 2012
"His [pianist Christopher O’Riley] latest release is his biggest and broadest yet: 'Shuffle.Play.Listen', a double album for which he teamed up with cellist Matt Haimovitz. The pair take on modern classical on the first disc (Stravinsky, Piazzolla, Janacek), and then modern pop on the second ..."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 6. Dezember 2004
"... einer der derzeit besten Cellisten der Welt (...) Das Konzert dauerte erst drei Minuten, da war jedem klar, dass er eine Sternstunde der Musik erleben durfte (...) Matt Haimovitz scheint mit seinem Instrument auf die Welt gekommen zu sein, der Bogen und sein rechter Arm bilden eine natürliche Einheit (...) Am Ende hatte der beglückte Hörer den Eindruck, drei grundverschiedene Stücke gehört zu haben, jedes im Charakter unverwechselbar und einmalig. Was Haimovitz an Interpretation bot, grenzte an Zauberei. Kein Ton war leblos, keiner farblos, keiner überflüssig, langweilig oder alleine. Mit genialem Ausdruckswillen beseeelt verbanden sich die Töne zu Meldodien (...) Haimovitz überraschte immer wieder mit neuen Klangfarben."

Kölner Stadt-Anzeiger, 6. Dezember 2004
"'Phantastisch' war der Abend allein deswegen, weil Haimovitz die Suiten mit geradezu außerirdischer Griff- und Bogentechnik vom ersten Päludium bis zur letzten Gigue mit fast konstanter Kraft, Konzentration und Musikalität beherrschte. Und das, obwohl die technischen Schwierigkeiten mit steigender Werkzahl bis zur Beinahe-Unspielbarkeit zunehmen. Als 'einfach himmlisch' mußte man empfinden, wie sich der Künstler dem Bach'schen Oeuvre näherte. (...) Haimovitz beherrscht sein Cello mit unglaublicher Eleganz und Souveränität. So gelingt es ihm, hörbar und sichtbar losgelöst von allen technischen Sorgen, Musik mitzuteilen. Sein Bachverständnis ... ist lebendig und mitreißend, trotz aller Disziplin nicht von mathematischer Strenge ..."

Rheinische Post, 6. Dezember 2004
"Er spielte äußerlich völlig unprätentiös; wie er Bachs Solosuiten erzählte, war allerdings eine Offenbarung. (...) Nicht nur, dass jede von ihnen klanglich ganz anders gefasst war, sie waren auch im Gestus vollkommen verschieden und mit größter Sorgfalt erzählt. Jeder Ton wurde zu einer beeindruckenden Persönlichkeit ..."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Juli 2004
"... der noch vom letzten Jahr in guter Erinnerung gebliebene Cellist Matt Haimovitz und sein Pianist Itamar Golan ... Ihr perfektes Zusammenspiel ließ vom ersten Mo-ment an keinen Zweifel darüber, daß sie den zeitlich groß dimensionierten Werken (...) immer gewachsen waren. (...) Haimovitz und Golan verstanden es mit großem intellektuellem und künstlerischem Einfühlungsvermögen und spieltechnischem Können, die klangliche Schroffheit, das grell schillernde Ausdrucksspektrum, die bizarren Figurationen (...) plastisch in den für solche subtile Musik und kleine Besetzung manchmal auch zu großen Metternich-Saal zu stellen."

 Frankfurter Rundschau, 8. Juli 2004
"Der Schlusssatz der Arpeggione-Sonate lebte (...) erneut auf im großen, prachtvollen Ton des Cellisten, der sich hier im Largo entfalten durfte... Golan war immer auf der Höhe und wuchs technisch brillant über die Begleiterfunktion hinaus. Er trug entscheidend dazu bei, daß dieses Duo so frisch und unverbraucht wirkt (...). Ein mitreißender Abend ..."

Marburger Neue Zeitung, 3. März 2004
"Ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis bot Matt Haimovitz dem Marburger Konzertpublikum mit den sechs Suiten für Violoncello von Johann Sebastian Bach. Technisch brillant und ungemein ausdrucksvoll spielend begeisterte er (...) Denn wie leicht er die etlichen gebrochenen Akkorde dieses Stückes spielte, immer die schlichte Schönheit derselben betonend (...) ließ auch die Zuhörer in die Tiefe der Bachschen Kunst versinken. (...) Heftiger Beifall und stehende Ovationen würdigten diesen großen Auftritt ..."

Gießener Anzeiger, 2. März 2004
"... einer, der leise, aber schier einzigartig hochmusikalisch daherkommt: Matt Haimovitz (...) Welch ein Ausnahme-Cellist stand hier beim Marburger Konzertverein auf der Bühne! (...) Haimovitz begibt sich auf die Suche nach dem intentionalen Gehalt, der in diesem Werk stecken kann; es ist eine Reflexion über Bach, paraphrasierend und hochgradig intellektuell."

Oberhessische Presse, 1. März 2004
"Es gibt Erlebnisse, die hat jeder Musikfreund nur einmal. Dazu zählt eine Aufführung aller sechs Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach an einem Abend. (...) Live wagen sich an diesen fast dreistündigen Marathon nur wenige Virtuosen. Einer von ihnen ist Matt Haimovitz. (...) Sein Marburger Exklusivkonzert erhielt schon deshalb den Charakter des Besonderen. Aber auch in musikalisch-künstlerischer Hinsicht besaß dieses Konzert Ausnahmerang. Die 740 Zuhörer, die das Glück hat-ten, dabei zu sein, werden noch Jahre später davon schwärmen. (...) dem in sich gekehrten, schnörkellosen und klaren Spiel von Haimovitz, das über jeden tech-nischen Zweifel erhaben ist. (...) Welch eine Gedächtnisleistung: die sechs Suiten auswendig zu spielen!"

Kölner Stadt-Anzeiger, 11. November 2003
"Die Interpretation des (...) Cellisten mit seinem kongenialen Klavierpartner enthielt eine spannenede Klangrede, die von Anfang bis Schluss gefangen nahm. Haimovitz, Schüler des legendären Leonard Rose, der bereits mit jungen Jahren Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon Gesellschaft war, bewies mit makelloser, jedoch eigenwilliger Technik und blühendem Ton (...), dass dieser frühe Ritterschlag seine absolute Bererchtigung hatte. Der weltweit gefragte Kammermusikpartner Golan ergänzte mit wissendem Spiel um Form und individuelle Begleitung perfekt die emotionalen Kurven des Soloparts (...) Ein denkwürdiger Abend und eine Sternstunde für den Erftkreis-Zyklus."

San Francisco Chronicle, November 2003
"Reinventing the classical recital for the new millennium."

 

Dienstag, 6. Juni 2017, 20 Uhr
Berlin, Philharmonie, Kammermusiksaal

Deutsches Kammerorchester Berlin
Philip Glass: Overture
Antonio Vivaldi: Concerto G-dur RV 414
für Violoncello, Streicher und Basso continuo
Franz Schubert: Sonate a-moll D821 "Arpeggione-Sonate"
für Violoncello und Streichorchester (Bearbeitung Luna Pearl Woolf)
David Sanford: Es War
Antonio Vivaldi: Concerto F-dur RV 544
"Il Proteo O Sia Il Mondo Al Rovescio"
für Violine, Violoncello, Streicher und Basso continuo
Arnold Schönberg: Verklärte Nacht op. 4 für Streichsextett

Freitag, 9. Juni 2017, 19.30 Uhr
Linz (A), Brucknerhaus

Bruckner Orchester Linz / Dennis Russell Davies
Luna Pearl Woolf: "Suspense"
für acht Violoncelli und vier Perkussionisten

Montag, 12. Juni 2017, 19.30 Uhr
Linz, Bruckner-Haus

Bruckner-Orchester Linz / Dennis Russell Davies
Isang Yun: Konzert für Violoncello und Orchester

Freitag, 23. Juni 2017, 20 Uhr
Bonn, Beethoven-Haus, Kammermusiksaal

Jean Marchand, Klavier
Domenico Gabrielli: Ricerare Nr. 7 für Violoncello solo
Du Yun: The Veronica
Johann Sebastian Bach: Suite d-moll Nr. 2 BWV 1008
für Violoncello solo
Claude Debussy: Sonate für Violoncello und Klavier
Ludwig van Beethoven: Sonate D-dur op. 102 Nr. 2
für Klavier und Violoncello

Hörprobe