Scherzi Musicali
Foto: Philip Van Ootegem
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Scherzi Musicali - Nicolas Achten

Scherzi Musicali gab im April 2017 unter Leitung seines Gründers Nicolas Achten mit einem außergewöhnlichen Programm nicht nur sein erfolgreiches Debüt in der Kölner Philharmonie, sondern in Köln überhaupt. Dabei nahm es den seit dem Mittelalter üblichen Brauch auf, in der Karwoche die Klagelieder des Propheten Jeremias aufzuführen, hier in der Vertonung von Emilio de‘ Cavalieri, Johann Rosenmüller, Alessandro Stradella, Francois Couperin, Joseph Hector Fiocco und Giacomo Carissimi.

Am 3. Juni war Scherzi Musicali erfolgreich im Rahmen der Tage Alter Musik mit seinem Pro-
gramm „La Maddalena“ in der Dreieinigkeitskirche in Regensburg zu Gast. Am 18. Juni folgte ein Gastspiel beim Shakespeare Festival im Globe Theatre in Neuss. Unter dem Titel „Gods, Nymphs and Fairies“ waren Lieder und Duette von Henry Purcell nach Texten aus Shakespeares „The Tempest“ und „The Fairy Queen“ zu hören.

Das belgische Ensemble Scherzi Musicali zählt zu den bemerkenswertesten Formationen der jungen internationalen Alte Musik-Szene. Auf außergewöhnliche Weise erweckt Nicolas Achten die alte Praxis, sich selbst singend mit verschiedenen Instrumenten - wie Laute, Harfe oder Cembalo - zu begleiten, zu neuem Leben. Der Bariton wurde 1985 in Brüssel geboren und studierte Gesang, Laute, Cembalo und Harfe an den Königlichen Konservatorien von Brüssel und Den Haag. Heute ist er u.a. Professor für Laute am Brüsseler Konservatorium sowie für Barockharfe und Barockgesang an der Akademie von Woluwé-Saint-Lambert.

Schon vor seinem Durchbruch in Deutschland musizierte Scherzi Musicali in Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg, Spanien, Italien und England. Das Ensemble war u.a. zu Gast beim Festival van Vlaanderen, im Concertgebouw Brügge, im Antwerpener De Singel, im Bozar in Brüssel, beim Festival de Wallonie und bei Automne Musical de Spa, bei den Operntagen in Rotterdam, Amia Strasbourg sowie bei den Barockfestivals in Venedig und Pontoise.

Mit seinen ersten Einspielungen legte Scherzi Musicali den Fokus auf noch nicht erschienene Werke wie "L’ Euridice" von Giulio Caccini oder das Album "Dulcis Amor Iesu" mit Motetten von Giovanni Felice Sances. Die Aufnahmen erfuhren einhelliges Lob der Fachpresse und führten zu zahlreichen Preisen und Auszeichnungen. Für seine jüngste CD mit Motetten von Joseph-Hector Fiocco erhielt das Ensemble fünf Diapasons in der aktuellen Ausgabe des gleichnamigen Magazins. Seine Aufnahme "La Maddalena" wurde mit dem Prix Caecilia nominiert. Weitere Informationen unter www.crescendo-magazine.be/belgique-vivier-de-talents-prix-caecilia-2016/.

 

Rheinische Post, 12. November 2013
„Ein recht seltenes Erlebnis bot die Burgserenade: Die Bayer Kulturstiftung machte es möglich, auf der Burg Linn das Sextett Scherzi Musicali mit Kompositionen aus Florenz und Rom um 1600 zu hören (...) Diesen Anfängen der Oper widmete sich das belgische Ensemble und brachte (...) Werke dieser Renaissance-Komponisten meisterlich zu Gehör (...) Auch der Ensembleleiter, der schon als Harfenist und Lautenist begeisterte, setzte als ausgereifter Bariton noch einen drauf."

Westdeutsche Zeitung, 10. November 2013
„... so war das Konzert von Scherz Musicali auf Burg Linn bereits Tage vorher ausverkauft. Dank Bayer Kultur konnten sechs Mitglieder des weit größeren Ensembles unter der Leitung von Nicolas Achten in den Rittersaal eingeladen werden (...) Musikalische Avantgarde in jenen Tagen war die Wiederentdeckung der antiken Vortragsweise, bei der sich ein Sänger selber auf einem Instrument begleitet. Achten, der auch als der 'belgische Orpheus' bezeichnet wird, faszinierte sogleich mit dieser Vielseitigkeit, aber auch die beiden 'reinen' Gesangssolisten verzauberten und entführten das Publikum in die Klangwelt Italiens um 1600. Ergreifende Momente im Rittersaal, faszinierende Klänge, zum Weinen schön (...) Das war die Serenade des Jahres auf Burg Linn."

Concerto, Januar / Februar 2013
„Am Sonntagnachmittag wurden dann Stücke der zunächst befreundeten, dann verfeindeten Jacopo Peri, Giulio Caccini und Emilio de 'Cavalieri einander gegenübergestellt (...) Für besonders intensive Momente sorgte Reinoud Van Mechelen und besonders Nicolas Achten, der gleichzeitig auch als Harfenist überzeugte. Trotz des ein wenig spröde wirkenden musikalischen Materials gelang es den Akteuren, die Hörer (...) zu begeistern [bei den Tagen Alter Musik in Herne] ."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. November 2012
„Aus Belgien kam das hinreißende junge Ensemble ’Scherzi Musicali’, geleitet von dem famosen Sänger und Harfenisten Nicolas Achten. Furchtlos stürzten sich die sechs Spezialisten in die Querelen zwischen Jacopo Peri, Giulio Caccini und Emilio de’ Cavalieri, die sich um 1600 in erlesener Kollegenfeindschaft zugetan waren. Aus diesem Gezänk um Noten und Ideen (’Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut’) entstand am Ende nichts Geringeres als die Gattung Oper."

NMZ, 14. November 2012
„Immer kommt Neues nach. Zum Beispiel: Scherzi Musicali, ein junges belgisches Ensemble, das in seinem Debütkonzert den ganzen Umfang seines Namens abbildete (...) Sicher, Scherzi Musicali sind kein Orchester, sondern ein (ebenfalls siebenköpfiges) Sänger-Instrumentalisten-Ensemble. Nur eben, dass im Fall der jungen Belgier die Aufteilung in Vorder- und Hintergrund, in ’Begleitung’ und ’Gesang’ (dem Prinzip nach) seinerseits aufgehoben ist. Was auf dieser Grundlage hier geschah, war ganz enorm, blieb spannend, bannend bis zur letzten Minute. Selten hat man Peris und Caccinis ’Euridice’ so inspirierend gehört wie hier. Und auch de’ Cavallieris hochphilosophisches Thesen-Oratorium ’La Rappresentatione di Anima e di Corpore’ gerät ansonsten gern zur starren Pflichtübung. Nicht so hier. Was sich neben der profunden Musikalität der Scherzi Musicali auch deren dynamischem Verständnis von Arbeitsteilung verdankt. Da gibt es kein hinten und kein vorn, kein wichtig und weniger wichtig. Der knarrende Auslöse-Ton der Theorbe steht völlig gleichberechtigt neben dem kunstvollen Gesang von Reinoud van Mechelen und Nicolas Achten. Letzterer ist überhaupt das Phänomen dieser erstaunlichen Truppe. Der hoch gewachsene Gründer und Leiter der Scherzi Musicali repräsentiert den Typus des Multitaskers, der von der Natur wie von der Theater-Intendanz eher selten besetzt wird. Wie so was aussieht? Erst steht Achten nur da, gibt, fast unmerklich, Zeichen an die Mitmusiker, spielt im nächsten Moment dann seine körperlange Theorbe, lässt sie bald wieder vor dem Bauch hängen, nur um in die Saiten der vor ihm aufgestellten Harfe zu greifen und - dazu zu singen (...) Ganz toll dieser famose Kerl, dieser wiedererstandene Orpheus von Peris und Caccinis Gnaden, womit wir dann aber auch schon die entsprechende Empfehlung parat hätten: Auf Achten achten!“

International Record Review, 15. Mai 2012
„Scherzi Musicali uses a wide variety of different continuo instruments to accompany the various characters in the drama the better to reflect their personalities. (...) In total, 18 different instruments are played by the eight musicians. The very talented Achten alone plays archlute, triple harp, harpsichord and spinetta, as well as singing three different parts in the opera. Unlike many productions of early Baroque operas, the preponderance of instruments is in the continuo band (...) Every one of Scherzi Musicali's singers has a pure, expressive and agile voice and complete mastery of Mazzocchi's sometimes highly florid style. The result is a musical drama that is more gripping and moving than the frankly silly story (…) would lead one to expect. In the title role of Adonis, the high tenor Belgian singer Reinoud Van Mechelen (...) confirms his status as a leading Early Baroque tenor of the new generation - in the tradition of Guy de Mey and Jan Van Elsacker. As always with Alpha's productions, the recorded sound is first-rate and the documentation is comprehensive. Mary Pardoe's English translation of the libretto is both elegant and idiomatic. Now that Scherzi Musicali has made the best two recordings of early Baroque operas, I propose for it following three-word project plan: Orfeo, Ulisse, Poppea."

Rondo, 13. Februar 2009
„Beim belgischen Ensemble Scherzi Musicali walten hingegen derartige Interpretationswunderkräfte, dass man der Weltersteinspielung (!) von Caccinis Meisterwerk auf Anhieb den Referenzstatus attestieren möchte.“

Montag, 30. Oktober 2017, 20 Uhr
Hamburg, Bucerius Kunst Forum

"Musica Neerlandica"
Lieder und Motetten von Carolus Hacquart,
Constantijn Huygens und Nicolaus à Kempis

Hörprobe